Auslandsbischöfin fordert Freilassung von Maria Kolesnikowa

EKD-Auslandsbischoefin Petra Bosse-Huber

© epd-bild/Norbert Neetz

Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, hat ihre Sorge um die seit 2021 inhaftierte belarussische Regierungsgegnerin Maria Kolesnikowa ausgedrückt.

Sorge um politische Gefangene
Auslandsbischöfin fordert Freilassung von Maria Kolesnikowa
Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, hat ihre Sorge um die belarussische Regierungsgegnerin Maria Kolesnikowa ausgedrückt und nachdrücklich ihre Freilassung gefordert. Kolesnikowa ist 1.000 Tagen in einem Straflager in Belarus inhaftiert.

"Wir können nur ahnen, welchen Qualen Maria Kolesnikowa ausgesetzt ist. Wir hoffen gleichzeitig, dass ihre ungeheure innere Stärke, ihr Optimismus und ihre Strahlkraft, mit der sie so viele Menschen begeistert hat, nicht gebrochen wird von dem widerrechtlichen und unmenschlichen System", teilte Bosse-Huber am Samstag in Hannover mit. "Wir fordern nachdrücklich ihre Freilassung und die Freilassung aller politischen Gefangenen in Belarus."

Stand heute (04.06.) wird Kolesnikowa nach Angaben der EKD seit 1.000 Tagen in einem Straflager in Belarus inhaftiert sein. Kolesnikowa sei wegen "Gründung einer extremistischen Gruppierung" und "Verschwörung zum Zwecke der verfassungswidrigen Machtergreifung" im September 2021 zu elf Jahren Haft verurteilt, hieß es weiter.

Die EKD verfolge die Situation in Belarus sehr genau und mache mit der Website "www.100xsolidaritaet.de/ auf die Situation politischer Gefangener aufmerksam, hieß es. Sie rufe zudem dazu auf, Briefe an die Inhaftierten ins Gefängnis zu schicken. "Für diese und ihre Familien ist es von großer Bedeutung, zu wissen, dass sie nicht vergessen sind."

2022 wurden Kolesnikowa und andere belarussische Bürgerrechtlerinnen mit dem Aachener Karlspreis geehrt. Der Preis gilt als eine der wichtigsten europäischen Auszeichnungen. Er wird seit 1950 an Menschen und Institutionen verliehen, die sich um Völkerverständigung und die Einigung Europas verdient gemacht haben. Dieses Jahr wurde der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit dem Karlspreis der Stadt Aachen geehrt.

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Geplant ist unter anderem am 23. Februa, dem Vorabend des zweiten Jahrestags, ein Mahngang in Berlin, der vom Brandenburger Tor zur russischen Botschaft führen soll, wie die Evangelische Friedensarbeit im Raum der EKD donnerstags mitteilte.