Die wichtigsten Fragen und Antworten für Besucher

Touristin in Nürnberg

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Was der Kirchentag zum Thema Anreise, Tickets, Orientierung und Sonderurlaub empfiehlt, lesen Interessierte hier.

Kirchentag in Nürnberg
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Besucher
Der evangelische Kirchentag ist ein religiöses Großereignis in Deutschland. Selbst Menschen, die sonst wenig mit der Kirche zu tun haben, kommen mit dem Kirchentag in Berührung - allein schon durch volle Züge mit Pfadfindern und Menschen mit bunten Kirchentagsschals. Wer zum ersten großen evangelischen Laien-Treffen (7.-11. Juni) seit der Corona-Pandemie nach Nürnberg fährt, sollte Folgendes wissen.

Was passiert beim Kirchentag?

Der Kirchentag ist politische Diskussionsveranstaltung, Kulturfestival und religiöses Ereignis in einem. Zentrale gesellschaftliche Themen werden mit den Spitzen der deutschen Politik und führenden Theologen diskutiert.

Bei diesem Kirchentag stehen die Themen Friedensethik in Zeiten des Ukraine-Krieges, Rassismus und Zukunft der Kirche in einer säkularen Gesellschaft im Zentrum.

Unter den Gästen und Rednern sind Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), CDU-Chef Friedrich Merz und die frühere CDU-Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Beide kommen auf Einladung von Kirchentagspräsident Thomas de Maizière.

Natürlich kommt die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus. Für ihren Vorgänger, den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wird es der letzte Kirchentag seiner Amtszeit sein. Auch einige katholische Bischöfe, darunter der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, nehmen teil.

Wo finden die Veranstaltungen des Kirchentags statt?

Veranstaltungen finden überall in der Nürnberger Innenstadt sowie auf dem Messegelände statt. Auch in Fürth wird es Veranstaltungen geben. Alle Hinweise zu den Orten sind in der Kirchentags-App zu finden, über die man auch sein eTicket verwalten kann.

Was kosten die Karten?

Eine 5-Tage-Karte kostet in diesem Jahr 119 Euro, ermäßigt 69 Euro. Menschen, die Sozialleistungen beziehen, können ein Förderticket für 19 Euro erwerben. Familien zahlen 179 Euro, Studierende und Schüler aus der Region Nürnberg 30 Euro. Tageskarten kosten 39 Euro, ermäßigt 29 Euro.

Die Karten können im Internet über die Seite www.kirchentag.de bestellt werden. In vielen Buchhandlungen, Kirchengemeinden und kommunalen Tourist-Informationen gibt es Vorverkaufsstellen, die ebenfalls auf der Internetseite des Kirchentags aufgelistet sind.

Wie kommt man hin?

Der Kirchentag bittet seine Gäste, möglichst nicht mit dem eigenen Pkw anzureisen, sondern die Bahn zu nehmen oder als Gruppe einen Reisebus zu organisieren. Der Kirchentag kooperiert zwar mit der Deutschen Bahn, anders als in anderen Jahren wird es aber keine vom Kirchentag organisierten Sonderzüge nach Nürnberg geben. Zudem weisen Kirchentag und Bahn auf den Schienenersatzverkehr zwischen Würzburg und Nürnberg in diesem Zeitraum hin. Fernverkehrszüge werden umgeleitet.

Wie komme ich während des Kirchentags von A nach B?

Der Kirchentag empfiehlt, den ÖPNV zu nutzen. Im Gebiet des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg kann man mit dem Kirchentags-Ticket kostenlos reisen. Die Nürnberger Bahnhofsmission bietet in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Jugend eine Umstiegshilfe an. Kirchentagsbesucher können sich ein VAG-Rad ausleihen. Dafür muss man sich einmalig gebührenfrei in der App NürnbergMOBIL registrieren. Für Menschen, die mobil eingeschränkt sind, bietet der Kirchentag einen kostenfreien Fahrdienst der Johanniter an.

Kann ich für den Kirchentag Sonderurlaub nehmen?

In der Regel können sich Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme freistellen lassen. Dazu müssen sie meistens bei der Schulleitung einen Antrag stellen. Arbeitnehmer haben in vielen Bundesländern die Möglichkeit, für den Kirchentagsbesuch Sonder- oder Bildungsurlaub zu nehmen. In vielen Bundesländern wird der Kirchentag als Bildungsveranstaltung anerkannt.

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Stichwort: Deutscher Evangelischer Kirchentag

Der evangelische Kirchentag findet seit 74 Jahren an wechselnden Orten statt: Vom 7. bis 11. Juni ist der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg zu Gast. Er steht unter dem Leitwort "Jetzt ist die Zeit", das auf einen Bibelvers aus dem Markus-Evangelium im Neuen Testament verweist. Etwa 100.000 Teilnehmer werden erwartet.

Präsident des Nürnberger Kirchentages ist der ehemalige Bundesminister Thomas de Maizière (CDU), das zentrale Büro des Kirchentages in Fulda leitet Generalsekretärin Kristin Jahn.

Gegründet wurde der evangelische Kirchentag 1949 in Hannover als große Laienbewegung. Gemeinsam mit Freunden initiierte damals der Theologe Reinhold von Thadden-Trieglaff (1891-1976) die von der Amtskirche unabhängige Bewegung. Bis 1964 war er auch deren Präsident.

Bis 1954 fand der Kirchentag jährlich statt, seit 1957 wird er alle zwei Jahre gefeiert. Mit dem zeitlichen Abstand sollte ein jährlicher Wechsel mit dem Katholikentag ermöglicht werden. In Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gab es 2003 in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, 2010 folgte der zweite in München, 2021 der dritte in Frankfurt am Main.

Auch in der DDR fanden Kirchentage statt. Als sich das Verhältnis zwischen Kirche und SED-Staat in den 1970er Jahren entspannte, gab es weniger Einschränkungen für kirchliche Großveranstaltungen.

Von den Deutschen Evangelischen Kirchentagen gingen viele Anregungen und Initiativen aus. 1961 begann in Berlin der Dialog zwischen Juden und Christen, 1965 fand in Köln ein viel beachtetes evangelisch-katholisches Gespräch statt. Auch Diskussionen zur Überwindung der deutschen Teilung sowie zu Friedens- und Umweltthemen nahmen auf Kirchentagen ihren Ausgang.

Die Verschränkung von theologischen mit gesellschaftlichen Themen setzt sich auch in der Gegenwart fort. Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie, Gerechtigkeit, militärischer Aufrüstung, Frieden und Ökonomie gehören zur Debattenkultur auf Kirchentagen. Der Kirchentag will die jeweils wichtigsten gesellschaftlichen Themen der Gegenwart spiegeln.
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