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Mit fünf Tipps will evangelisch.de helfen - Kirchentags-Neulingen, aber auch denen, die sich trotz Erfahrung über Tipps freuen.
1. Ich packe meinen Koffer und nehme mit…
Es ist sehr sinnvoll eine Tasche mit dabei zu haben, die einen die gesamte Zeit auf dem Kirchentag begleitet und dabei nicht nervig, schwer oder unangenehm wird. Am besten vielleicht einen Rucksack oder einen Beutel. Außerdem empfehlen wir, nicht zu viel herumzutragen. Dinge, die hilfreich sind: Sonnencreme, Sonnenschutz, eine Wasserflasche, dein Handy-Ladekabel und etwas Kleines zu Essen, etwa Müsliriegel.
2. Alles kann, nichts muss
Es gibt tausende Angebote auf dem Kirchentag - unmöglich, sie alle mitzunehmen. Deshalb: sich selbst keinen Druck machen. Einfach herumschlendern, im Gras liegen und mit Leuten reden - auch das kann ein großartiger Kirchentag sein. Es ist sowieso unmöglich, alle interessanten Angebote mitzunehmen, also sollte sich in dieser Hinsicht auf keinen Fall Druck gemacht werden. Wir empfehlen: schon vorher das Programm nach Stichworten durchsuchen und markieren, was besonders ansprechend klingt.
Oder: Themenparks raussuchen, die ansprechend sind und sich von Programmpunkt zu Programmpunkt treiben lassen. Auf keinen Fall sollte der Zeitplan aber zu voll werden. So viel Input und so viele Menschen sind manchmal anstrengender als gedacht.
3. Zeitplanung
Am besten immer ein bisschen mehr Zeit für alles einkalkulieren - denn Wege sind lang und der ÖPNV oft voll. Bei manchen Veranstaltungen ist nur eine bestimmte Personenanzahl zugelassen. Das bedeutet, dass ein Zelt oder eine Halle dann auch mal für neue Besuchende geschlossen wird. Ganz wichtig: Pausen einplanen.
4. Das A und das O
Den Anfang und das Ende mitzunehmen ist immer eine gute Sache. Beim Kirchentag ist das einerseits der Abend der Begegnung, der die Möglichkeit gibt, so richtig in Kirchentagsstimmung zu kommen. Es wird ein Straßenfest, Begegnungsorte, Konzerte und Segen zur Nacht geben. Die einzelnen Veranstaltungren bitte im Programm nachsehen.
Der Eröffnungsgottesdienst findet auf dem Hauptmarkt und auf dem Kornmarkt statt (dort in leichter Sprache). Außerdem ist am Mittwoch von 14 Uhr bis 15 Uhr Zeit, am Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der NSU-Morde eine Gedenkveranstaltung zu besuchen.
Der Schlussgottesdienst ist auch ein Muss auf dem Kirchentag. Er wird ebenfalls auf dem Hauptmarkt und in leichter Sprache auf dem Kornmarkt gefeiert. Der Bibeltext für den Schlussgottesdienst wird Prediger 3, 1-8 sein.
Anfang und Ende mitzunehmen hilft dabei, einen Rahmen für das Kirchentagserlebnis zu haben.
5. Sich auf Neues einlassen
Viele Themen, die auf den Kirchentagen behandelt werden, sind nicht für alle Teilnehmende gleich präsent. Deshalb lohnt es sich umso mehr, auch Angebote, Veranstaltungen und Zentren zu besuchen, mit denen man sonst eher weniger anfangen kann. Sich bewusst als älterer Mensch ins Zentrum Jugend zu begeben oder ohne Vorwissen ins Zentrum Geschlechterwelten und Regenbogen hinein zu schnuppern, kann für alle sehr bereichernd sein. Der Kirchentag ist auch dafür da, Horizonte zu erweitern, Diskurse zu öffnen und Menschen zusammen zu bringen. Also: Es lohnt, sich auf Neues einzulassen, sicheren Wege und Themengebiete auch mal zu verlassen.
Mit diesen fünf Tipps wünscht die evangelisch.de-Redaktion viel Spaß auf dem Kirchentag in Nürnberg.
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Wir freuen uns auch, wenn Sie bei uns am Stand vorbeischauen. Sie finden uns auf dem Markt der Möglichkeiten in Halle 9, Stand C45. Wir bieten eine Fotoaktion zum Thema "Gib der Zukunft Dein Gesicht! Was machst Du, damit sich die Welt gut weiterdrehen kann?" an. Alle Bilder und Statements werden wir auf evangelisch.de veröffentlichen.
Speisegesetze im Christentum? Gibt es die? Nicht wirklich, aber Fasten und dadurch entstand unter anderem eine Nürnberger Spezialität: Lebkuchen. Welche Rolle spielt der Lebkuchen als Speise im Christentum? Das erklären evangelisch.de-Portalleiter Markus Bechtold und Redaktionspfarrer Frank Muchlinsky. Wer dabei sein möchte, kommt am Kirchentags-Donnerstag, 8. Juni, um 16 Uhr an den Stand von evangelisch.de, Religionen Entdecken und Gemeindebrief im "Markt der Möglichkeiten", Halle 9, Standnummer C45."
"Wie können wir alle dazu beitragen, barrierefrei auf Social Media zu kommunizieren? Katrin Greschner erklärt fünf einfache Methoden auf Grundlage der Initiative "#barrierefreiPosten", um auf Instagram, Twitter und Co. inklusiv zu posten. Wer dabei sein möchte, kommt am Kirchentags-Freitag, 9. Juni, um 15 Uhr an den Stand von evangelisch.de, Religionen Entdecken und Gemeindebrief im "Markt der Möglichkeiten", Halle 9, Standnummer C45."
Stichwort: Deutscher Evangelischer Kirchentag
Der evangelische Kirchentag findet seit 74 Jahren an wechselnden Orten statt: Vom 7. bis 11. Juni ist der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg zu Gast. Er steht unter dem Leitwort "Jetzt ist die Zeit", das auf einen Bibelvers aus dem Markus-Evangelium im Neuen Testament verweist. Etwa 100.000 Teilnehmer werden erwartet. Präsident des Nürnberger Kirchentages ist der ehemalige Bundesminister Thomas de Maizière (CDU), das zentrale Büro des Kirchentages in Fulda leitet Generalsekretärin Kristin Jahn.
Gegründet wurde der evangelische Kirchentag 1949 in Hannover als große Laienbewegung. Gemeinsam mit Freunden initiierte damals der Theologe Reinhold von Thadden-Trieglaff (1891-1976) die von der Amtskirche unabhängige Bewegung. Bis 1964 war er auch deren Präsident.
Bis 1954 fand der Kirchentag jährlich statt, seit 1957 wird er alle zwei Jahre gefeiert. Mit dem zeitlichen Abstand sollte ein jährlicher Wechsel mit dem Katholikentag ermöglicht werden. In Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gab es 2003 in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, 2010 folgte der zweite in München, 2021 der dritte in Frankfurt am Main.
Auch in der DDR fanden Kirchentage statt. Als sich das Verhältnis zwischen Kirche und SED-Staat in den 1970er Jahren entspannte, gab es weniger Einschränkungen für kirchliche Großveranstaltungen.
Von den Deutschen Evangelischen Kirchentagen gingen viele Anregungen und Initiativen aus. 1961 begann in Berlin der Dialog zwischen Juden und Christen, 1965 fand in Köln ein viel beachtetes evangelisch-katholisches Gespräch statt. Auch Diskussionen zur Überwindung der deutschen Teilung sowie zu Friedens- und Umweltthemen nahmen auf Kirchentagen ihren Ausgang.
Die Verschränkung von theologischen mit gesellschaftlichen Themen setzt sich auch in der Gegenwart fort. Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie, Gerechtigkeit, militärischer Aufrüstung, Frieden und Ökonomie gehören zur Debattenkultur auf Kirchentagen. Der Kirchentag will die jeweils wichtigsten gesellschaftlichen Themen der Gegenwart spiegeln.
Der Kirchentag 2019 in Dortmund stand im Zeichen der Seenotrettung im Mittelmeer. Der Kirchentag 2025 findet in Hannover statt.
Höhepunkte des Kirchentags
Rund 2.000 Veranstaltungen in fünf Tagen: Besucher:innen des Kirchentags werden es auch beim 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag schwer haben, den Überblick zu behalten. Einige Höhepunkte aber sind im Programm auszumachen:
Anfang und Ende sind meist besondere Erlebnisse: Es gibt zwei Eröffnungsgottesdienste: einen auf dem Hauptmarkt und einen in Leichter Sprache auf dem Kornmarkt in der Nürnberger Innenstadt. Beim "Abend der Begegnung" steht das Straßenfest unter dem Motto "Wir. Hier. Jetzt." und lädt dazu ein, bayerisch-fränkische Vielfalt zu entdecken. Zu den Schlussgottesdiensten versammeln sich Menschen an denselben Orten wie bei der Eröffnung auf dem Hauptmarkt und für den Gottesdienst in Leichter Sprache auf dem Kornmarkt.
Einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt des diesjährigen Kirchentages bildet das Thema "Bewahrung der Schöpfung". Mehr als 100 Veranstaltungen des Programms drehen sich um das Thema Umweltschutz.
Zum Kirchentag in Nürnberg haben sich viele Prominente angekündigt. Neben Bundespräsident Steinmeier kommen Bundeskanzler Scholz (SPD), CDU-Chef Merz, der Kabarettist von Hirschhausen und der bayerische Ministerpräsident Söder (CSU). Auf dem Hauptpodium in der Frankenhalle diskutiert der Kirchentagspräsident und ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) mit Bundeswehr-Generalinspekteur Breuer, Wirtschaftsstaatssekretär Giegold (Grüne) und dem Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kramer, über Grenzverschiebungen in der Friedensethik.
Zum Start in den Tag lädt der Kirchentag traditionell zu Bibelarbeiten ein. In Nürnberg deuten unter anderen die mecklenburg-vorpommersche Ministerpräsidentin Schwesig (SPD), der Schauspieler und Autor Samuel Koch, die EKD-Ratsvorsitzende Kurschus sowie die Bundestags-Vizepräsidentin Göring-Eckardt (Grüne) ausgesuchte Passagen aus der Heiligen Schrift. Auch der CDU-Vorsitzende Merz wird eine Bibelarbeit anleiten.
Musik und Feiern sind bei jedem Kirchentag zentrale Bestandteile, oft spontan in Bahnen und Bussen oder auf offener Straße. Für einen Teil der Besucher sind abendliche Großkonzerte ein Anziehungspunkt. In Nürnberg werden neben anderen das Bundesjazzorchester sowie Malik Harris auftreten. Am Samstagabend ist das Kyiv Symphony Orchestra zu Gast beim Kirchentag.
Die Funktionen der Kirchentags-App, die bereits beim KKirchentag in Dortmund im Einsatz war, wurden für Nürnberg deutlich erweitert: Die App beinhaltet nun auch digitale Tickets, ist Programmheft, Stadtplan und Navigator in einem und ermöglicht eine digitale Beteiligung des Publikums.