Ex-Ratsvorsitzender will keine Spiele schauen

Portrait des Theologen Nikolaus Schneider

© epd-bild/Fritz Stark

Theologe Nikolaus Schneider boykottiert die Fußball-WM in Katar.

Schneider zur Fußball-WM in Katar
Ex-Ratsvorsitzender will keine Spiele schauen
Der frühere rheinische Präses und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, will sich die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar nicht im Fernsehen ansehen.

"Für mich ist das eine WM am falschen Ort und zur falschen Zeit", schrieb Schneider in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift "Publik-Forum" (Freitag). Die schönste Nebensache seines Lebens dürfe nicht im krassen Widerspruch zu den Hauptsachen stehen, etwa zu Menschenrechten.

Die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar habe seine Toleranzgrenze überschritten. "Ich will nicht verdrängen, dass Katar die Rechte von Frauen und Homosexuellen mit Füßen tritt", schrieb der Theologe. Zudem habe er "spirituelle Probleme" damit, dass der Ewigkeitssonntag und die Adventszeit mit der Fußball-Weltmeisterschaft zusammenfallen. Er wolle aber kein Spielverderber für andere sein.

Die EKD hatte in dieser Woche eine Video-Kampagne gestartet, in der sie sich zu der WM in Katar positioniert. 

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