EU-Experte analysiert Russlands Narrativ

Abgesperrtes Büro von RT

© Pavel Golovkin/AP/dpa/Pavel Golovkin

Der EAD beobachtet eine manipulative Berichterstattung aus Russland, die durch Medien wie den Sender "RT" verbreitet werde. Der russische Kanal RT DE hat Sendeverbot in Deutschland.

Manipulative Berichterstattung
EU-Experte analysiert Russlands Narrativ
Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) beobachtet zeitgleich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine Intensivierung manipulativer Berichterstattung aus Russland.

Es würden "bestimmte Erzählungen, bestimmte Interpretationen" verbreitet und Beeinflussung und Manipulation angestrebt, sagte der Referatsleiter für strategische Kommunikation beim EAD in Brüssel, Lutz Güllner, am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Der EU-Mitarbeiter erklärte, es gehe um staatliche Medien und "vieles, was sozusagen in diesem Dunstkreis ist", um die abhängigen Medien oder "sogenannten Medien". Explizit nannte er "RT", auch bekannt als "Russia Today", und zitierte deren Schlagzeile vom Donnerstag: "Putin beginnt militärische Sonderoperation zum Schutz des Donbass und Entnazifizierung der Ukraine". Dies habe mit Nachrichten nichts mehr zu tun.

Die Schlagworte wie "Junta in Kiew", "totales Chaos" oder Narrative, dass die Ukraine kein souveräner Staat sei, würden schon seit Langem verbreitet, sagte Güllner. Auch würden immer wieder Ursache und Wirkung umgedreht. "Das ist nichts Neues und wurde insbesondere in den letzten Wochen immer intensiver geführt und jetzt sozusagen aus dem Mund des Präsidenten auf offizielle Ebene gehoben", sagte er mit Blick auf Äußerungen von Russlands Präsident Wladimir Putin.

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