Sachsens Innenminister: Angriff auf jüdisches Lokal rasch aufklären

Sachsens Innenminister: Angriff auf jüdisches Lokal rasch aufklären
Der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) hat eine zügige Aufklärung des Angriffs auf das jüdische Restaurant "Schalom" vor zwei Wochen in Chemnitz zugesagt.

"Die Polizei Sachsen arbeitet mit Hochdruck daran, diese widerliche Tat aufzuklären", versprach Wöller dem Restaurantbetreiber Uwe Dziuballa bei einem Besuch in dem Lokal am Samstagabend. Wöller sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einem antisemitischen Angriff.

Nach Angaben des Wirts warfen am Abend des 27. August gen 21.40 Uhr zehn bis zwölf Personen faustgroße Steine, Flaschen und andere Gegenstände gegen ihn und das Gasthaus. "Das waren extreme zehn Sekunden", sagte Dziuballa dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Angriff habe ihn nach einer Lesung im Lokal völlig überrascht, als er vor die Tür getreten sei. Ein Stein habe ihn an der Schulter getroffen. Das Lokal sei am Ruhetag bis auf zwei Gäste schon leer gewesen.

Mehr zu Ausschreitungen in Chemnitz
Angeklagter sitzt vermummt im Gerichtssaal
Der 1. September 2018 endete in Chemnitz für elf Demonstranten der Bewegung "Herz statt Hetze" mit Gewalt. Sie wurden - mutmaßlich von Neonazis - beleidigt, geschlagen und getreten. Die juristische Aufarbeitung ließ lange auf sich warten.
Ein Jahr nach den Ausschreitungen in Chemnitz wird am 26. August 2019 zu einem Ökumenischen Friedensgottesdienst in die Stadtkirche St. Jakobi eingeladen.


Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" über den Vorfall berichtet, zu dem der sächsische Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat. Der Zeitung zufolge riefen die Täter "Hau ab aus Deutschland, Du Judensau". Der Angriff ereignete sich einen Tag, nachdem ein Deutsch-Kubaner in Chemnitz erstochen worden war. Tatverdächtig sind drei Asylbewerber. Daraufhin kam es zu rechtsgerichteten Demonstrationen und ausländerfeindlichen Ausschreitungen in der Stadt.