Prozess wegen Zerstörung von Kulturgut in Timbuktu eröffnet

 Ahmad al-Faqi al-Mahdi

Foto: dpa/Patrick Post

Ahmad al-Faqi al-Mahdi

Prozess wegen Zerstörung von Kulturgut in Timbuktu eröffnet
In Den Haag hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Islamisten aus Mali wegen der Verwüstung des Weltkulturerbes in Timbuktu begonnen.

Die Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs werfen Ahmad al-Faqi al-Mahdi vor, 2012 zehn historische Gebäude in der Wüstenstadt zerstört zu haben. Es ist das erste Mal, dass das Gericht ein derartiges Kriegsverbrechen verfolgt. Sollte der Angeklagte wie angekündigt ein umfassendes Geständnis ablegen, soll in wenigen Monaten ein Urteil fallen.

Al-Mahdi war den Anklägern in Den Haag zufolge Mitglied der islamistischen Miliz Ansar Dine. In Timbuktu soll er die Zerstörung von neun Mausoleen und einer Moschee organisiert haben. Die heiligen Stätten waren Teil des Weltkulturerbes der Unesco. Die Stadt am südlichen Rand der Sahara war im 15. und 16. Jahrhundert ein Zentrum des Islam. Der Strafgerichtshof verfolgt Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Seit der Eröffnung des Gerichts 2002 wurden vier Urteile gesprochen. Die Höchststrafe, die die Richter in Den Haag verhängen können, sind 30 Jahre Haft und in Ausnahmefällen lebenslang.

Mehr zu Weltkulturerbe
Die Kapelle der Versöhnung im einstigen Todesstreifen der DDR
Am Montag entscheiden die Kulturminister in Berlin über die nächsten Kandidaten zur Aufnahme in das Unesco-Weltkulturerbe. Ungewöhnlich ist der Vorschlag, den ehemaligen DDR-Todesstreifen zum Weltkulturerbe der Menschheit zu erklären.
Zum 9. November: ein Mahnmal, das ins Herzen trifft, und ein Schandmal, das weg muss