Seelsorge-Team startet beim Wacken-Festival

Die Flagge der Wacken-Seelsorger weht neben der Polizeistation und der Station des Deutschen Roten Kreuz auf dem Wacken Open Air.

Foto: dpa/Axel Heimken

Die Flagge der Wacken-Seelsorger weht auf dem Wacken Open Air.

Seelsorge-Team startet beim Wacken-Festival
Mit den ersten Heavy-Metal-Klängen im schleswig-holsteinischen Wacken hat auch das Seelsorge-Team seine Arbeit aufgenommen.

20 Seelsorger bieten bis Sonntag beim Wacken-Open-Air ihre Hilfe an. Abwechselnd im Schichtdienst stehen sie rund um die Uhr für Gespräche bereit. "Wir wollen Menschen in Krisen und schwierigen Situationen nicht alleine lassen", sagte Tilman Lautzas, Jugendpastor der evangelischen Nordkirche, der das Festival-Seelsorgeteam leitet, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zu seinem Team gehören weibliche und männliche Psychologen, Diakone, Sozialpädagogen und fünf Pastoren.

Christine Halisch (42), Pastorin in Hamburg-Hoheluft, ist bereits zum sechsten Mal in Wacken mit dabei. Sie selbst hat schon Krisen auf Großereignissen erlebt - allerdings beim vergleichsweise ruhigen Kirchentag. "Als 19-Jährige war ich beim Kirchentag in München sehr unglücklich verliebt", erinnert sie sich. "Ohne seelsorgerliche Hilfe ist solcher Kummer nur schwer zu überwinden." Halisch hat eine Klinische Seelsorgeausbildung absolviert und als Notfallseelsorgerin gearbeitet.

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Der Einsatz des Seelsorgeteams in Wacken ist vielfältig. Es geht um Beistand bei zwischenmenschlichen Konflikten, Ängsten, Überforderungen oder um praktische Hilfen, wenn die Geldbörse verloren gegangen ist. Manchmal ist Halisch auch als Pastorin gefragt. "Wir haben hier keinerlei missionarische Absichten", stellt sie klar. Bei vielen Gesprächen gehe es aber um Sinn- und Wertfragen: "Wenn die Frage nach Gott gestellt wird, bringe ich mich als Pastorin mutig ein."