EKD-Ratsvorsitzender warnt vor neuem Nationalismus in Europa

EKD-Ratsvorsitzender warnt vor neuem Nationalismus in Europa
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat vor einem neuen Nationalismus in Europa gewarnt.

Die Entwicklungen in Polen und Ungarn, aber auch der Erfolg des Front National in Frankreich machten ihm Sorge, sagte Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das "Friedensprojekt Europa" sei wichtiger als je zuvor.

Mehr zu Rechtsextremismus
Muslime in einer Moschee
Der Osnabrücker Religionssoziologe Rauf Ceylan hat angesichts der großen Demonstrationen für Demokratie davor gewarnt, dabei die Muslime in Deutschland aus dem Blick zu verlieren.
Jonny geht gegen Rechtsextremismus protestieren. Doch selbst ihm fehlen die Worte, wenn Andrei von der Angst seiner Familie erzählt, irgendwann doch noch deportiert zu werden und sich plötzlich auch selbst fragt: Bin ich deutsch genug?

Bedford-Strohm erinnerte daran, dass Nationalismus Europa in den Untergang geführt habe. Nach zwei Weltkriegen sei die Erkenntnis gewachsen, dass nur Versöhnung allen Menschen in Europa diene. "Für diese historische Errungenschaft müssen wir werben" sagte der bayerische Bischof. Er setze darauf, dass auch in den anderen Ländern Europas diese Friedensidee wieder gestärkt werde.

Der Theologe mahnte zur Wachsamkeit auch in Deutschland. Die Partei AfD forderte Bedford-Strohm auf, sich von rechtsextremistischen Positionen zu distanzieren. Über die Integration von Flüchtlingen oder soziale Gerechtigkeit müsse auf Grundlage der Werte des Grundgesetzes diskutiert werden.