Form, Material und Liturgie - Kirchen im Bauhaus
© KNA/Julia SteinbrechtMelanchthonkirche (Köln)Bezahlbarer Wohnraum für alle – eine der zentralen Forderungen von heute, war auch schon während der Weimarer Republik wichtig. Die Architekten des Bauhauses entwickelten Konzepte, um günstiges und praktisches Wohnen zu ermöglichen. So entstanden ab den 1920er Jahren vielerorts große Siedlungen, wie die Siedlung Zollstock in Köln. Im Stil des Bauhauses ist dort auch die Kirche gehalten. Die Melanchthonkirche ist eine der ersten evangelischen Kirchen Deutschlands, die im ersten Stock den Kirchenraum und im Souterrain ein Gemeindezentrum beherbergt. Sie wurde 1929–1930 nach Plänen des deutsch-amerikanischen Architekten Theodor Merrill erbaut.
Galerie
Form, Material und Liturgie - Kirchen im Bauhaus
Wie das Bauhaus den Kirchenbau revolutionierte
Im April 1919 wurde das "Staatliche Bauhaus" von Walter Gropius (1883-1969) in Weimar gegründet. Das Trauma des Ersten Weltkrieges, die politischen Unruhen während der Weimarer Republik und im Rest von Europa animierten die kreativen Köpfe der Zeit, Kunst und Architektur, Gesellschaft und Alltag mit ihren Mitteln umzugestalten. Die Moderne sollte neu gedacht und aufgebaut werden. Es sind die Gegenstände des Alltags, deren massenindustrielle Fertigung und die Bauweise, die bis heute unser Bild des Bauhauses prägen. In der Architektur dominierten neue Materialien und rationale Formen. Das Bauhaus inspirierte auch die Erbauer von Kirchen und so finden sich in ganz Deutschland heute noch einige wertvolle Beispiele. Die Sakralbauten stehen repäsentativ für das Zusammenspiel aus Liturgie und Architektur: Gemeinde und Wort waren maßgebliche Größen bei der Konzeption dieser neuen Kirchen.
Diese Galerie erschien erstmals im Februar 2019 auf evangelisch.de.